Werk Leipzig nimmt zweite Pressenstraße in Betrieb

4. April 2013 - BMW

Das BMW Werk Leipzig nahm heute planmäßig seine zweite Pressenstraße in Betrieb. Die Investitionen für diese zweite Highspeed-Servo-Presse betragen rund 70 Millionen Euro. Hierbei entstehen bis zum Jahresende über 100 neue Arbeitsplätze. Die Erweiterung des Presswerks dient der Umsetzung der „Presswerk-On-Site-Strategie“. Danach werden künftig möglichst alle am Standort benötigten Pressteile unmittelbar vor Ort hergestellt und direkt der Karosserie-Produktion zugeführt.

Die fünfstufige Highspeed-Servo-Presslinie ist die modernste und schnellste Anlage ihrer Art. Mit 9.100 Tonnen Gesamtpresskraft und bis zu 17 Hüben pro Minute verarbeitet sie höher- und hochfeste Stähle im Rekordtempo. Die neue Pressenstraße erhöht somit die Effizienz, Fertigungstiefe und Flexibilität am Standort Leipzig. Im Jahr 2009 nahm das Werk seine erste Highspeed-Servo -Pressenstraße sowie 2011 eine Coilanlage in Betrieb.


Bis Mitte 2014 folgen noch eine dritte Pressenstraße, eine zweite Coilanlage sowie eine Einarbeitungspresse. Hierfür investiert das Unternehmen nochmals rund 100 Mio. Euro. „Wir bauen Leipzig nicht nur zum Kompetenzzentrum für die Produktion von Elektrofahrzeugen aus, sondern investieren auch weiter in die klassische Fahrzeugproduktion. Mit solch innovativen und effizienten Technologien können wir unsere Fertigungstiefe in Leipzig weiter steigern und künftig noch flexibler neue Modelle fertigen“, sagte Werkleiter Manfred Erlacher. So läuft im Werk Leipzig ab 2014 das Serienmodell des BMW Concept Active Tourer vom Band – der erste BMW mit Frontantrieb.

Die neue 84 Meter lange Pressenstraße stellt künftig über 60 verschiedene Pressteile für die BMW 1er Reihe und den BMW Concept Active Tourer her, vorwiegend Außenhautteile. Zusammen formen beide Pressenstraßen jährlich circa 110.000 Tonnen Stahl zu Karosseriebauteilen um.


BMW führt das Werk Leipzig in eine neue Ausbaustufe
Insgesamt investiert die BMW Group im Werk Leipzig derzeit einen dreistelligen Millionenbetrag vor allem im Presswerk und im Karosseriebau, um die Fertigungstiefe und Flexibilität im klassischen Automobilbau mit besonders innovativen und effizienten Technologien zu erweitern. Hinzu kommen rund 400 Mio. Euro Investitionen zur Fertigung der BMW i Modelle ab Herbst 2013. Zwischen 2011 und 2013 wächst die Zahl der BMW Mitarbeiter insgesamt um über 1.000 Beschäftigte, alleine in diesem Jahr sind noch 500 offene Stellen zu besetzen. Das Stammpersonal umfasst derzeit 3.200 Mitarbeiter und steigt bis Ende des Jahres noch auf über 3.700.

Entlastung der Umwelt durch weniger LKW-Transporte und effiziente Technologie
Die Presswerk-On-Site-Strategie leistet einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften. Die entfallenden LKW-Transporte im Zwischen-Werke-Verkehr entlasten die Straßen jährlich um mindestens zwei Millionen LKW-Kilometer und sorgen somit für eine deutliche Reduzierung des CO2-Austoßes. Im Vergleich zu herkömmlichen Presstechniken fallen die Fertigungszeit pro Einheit sowie der Flächenbedarf innerhalb des Werkes um rund die Hälfte geringer aus. Zugleich sinken der Energieverbauch um 20-60 Prozent je Arbeitsschritt und die Geräuschemissionen von 92 auf 80 dB. 2009 setzte BMW weltweit erstmalig diese Presstechnologie im damals neu errichteten Presswerk des BMW Werk Leipzigs ein. Inzwischen erfolgt der Einsatz neben Leipzig in mehreren Presswerken des BMW Group Produktionsnetzwerks wie in München, Regensburg und Tiexi (Shenyang/China).